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Orgelhandwerk „made in Ostbelgien“

So versteckt der Betrieb auch ist, so enorm ist sein internationales Renommee. Erst Anfang des Jahres hat er nach vier Jahren die Restaurierungsarbeiten der monumentalen 4-manualigen 90-Register Schyven-Orgel der Kathedrale von Antwerpen abgeschlossen.

Neue Aufträge führen Schumacher schon bald ins polnische Danzig und ins norwegische Rælingen. Aber auch nach Luxemburg, Deutschland, Großbritannien, Irland, Japan und Estland hat er seine Expertise bereits exportiert.

Denn neben dem Bau von Klein-, Haus-, Kirchen- und Konzertorgeln gehört auch das Restaurieren von historischen Orgeln zu den Steckenpferden des 14-köpfigen Familienunternehmens.

Dahinter verbergen sich mehr als 60 Jahre Erfahrung im Orgelbau. Guido Schumachers Vater Stephan, ein gebürtiger Bütgenbacher, gründete 1956 den Betrieb in Eupen. Zuvor war er sieben Jahre lang auf Wanderschaft, um sein Métier von der Pike auf zu lernen.

Kein Wunder, dass die Orgelbauleidenschaft auch auf Sohn Guido übertragen wurde. Dieser entschied sich nach dem Abitur zunächst für ein Studium der Musikwissenschaften und Kunstgeschichte in Lüttich, bevor er die Ausbildung  zum Orgelbauer anschloss. Im Jahr 1981 stieg er in den väterlichen Betrieb ein, seit 1988 ist er alleiniger Geschäftsführer.

Zweisprachige Mannschaft

Orgelbauer  - kein gängiger Beruf, aber ein Beruf, der vieles in sich vereint: Handwerkliches Geschick, physikalisches Wissen, Sinn für Musik und kulturelles Verständnis.

„Ich persönlich lege Wert darauf, dass sich in meiner Mannschaft sowohl deutsch- als auch französischsprachige Mitarbeiter befinden“, so Schumacher. Zurzeit sind sogar ein paar US-Amerikaner in seinem Betrieb beschäftigt.

„Wir arbeiten international. Deswegen ist der Standort hier, wo man sowieso schon das Gefühl für mehrere Sprachen hat, perfekt“, Guido Schumacher.

Außerdem schätzt der 61-Jährige die große handwerkliche Tradition in Ostbelgien und die Offenheit dem Handwerk gegenüber. Davon profitiert auch sein Ausbildungsbetrieb mit den Lehrberufen Möbelschreiner, Restaurateur und natürlich Orgelbauer.

Kunsthandwerker und Ostbelgier aus Leidenschaft

Schumacher sieht sich aber nicht nur als leidenschaftlichen Kunsthandwerker, sondern auch als Ostbelgier durch und durch. Ja, sogar als Botschafter seiner Region. „Ich liebe an meiner Heimat die verschiedenen kulturellen Einflüsse, das sehr gute Ausbildungssystem, die kurzen Wege in die Verwaltungen und die wunderschöne Landschaft“, schwärmt Schumacher.

Seine beruflichen Reisen verbindet er daher auch immer damit, „Werbung“ für seine Heimat zu machen. „Oft sind die Menschen irritiert, wenn man als Belgier Deutsch spricht“, schmunzelt Schumacher. Er selbst schätzt diese multikulturelle Kombination aus deutscher Disziplin und romanischer Lebensfreude.

Deswegen und auch wegen der rosigen beruflichen Aussichten, ist Ostbelgien für ihn genau das richtige Fleckchen Erde: „Belgien hat ein reiches Orgelpatrimonium. Hier gibt es potenziell Arbeit für die nächsten 100 Jahre!"

Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Unternehmen Schuhmacher.

Die Aktion „Tage des offenen Denkmals“ ist eine europäische Initiative (Europe Heritage Days). Die Idee ist, sonst nicht zugängliche Denkmale, historische Stätten kostenfrei für Besucher zu öffnen und/oder besondere Veranstaltungen zu organisieren.

Die Initiative geht auf eine Idee des französischen Kulturministers Jack Lang zurück, der 1984 erstmals in Frankreich Denkmale der Öffentlichkeit zugänglich machte. Schon ein Jahr später griffen einige Länder diese Idee auf, die in der Folge immer mehr Anhänger fand. 1991 wurden die European Heritage Days vom Europarat unter seiner Schirmherrschaft initiiert.

Die Tage des offenen Denkmals fanden in Belgien zum 30. Mal statt. Sie wurden in Ostbelgien in Zusammenarbeit mit der Wallonischen Region organisiert. 

Weiterführende Infomationen zu den Tagen des offenen Denkmals in der Wallonie finden Sie hier.